Selbstfürsorge - was heißt das eigentlich genau?

Selbstfürsorge

 

.. irgendwie so ein großes Wort - zumindest für mich. Jahrelang bin ich geschwankt zwischen „Was zur Hölle zählt denn als Selbstfürsorge?“ und „Wie soll ich dafür denn Zeit finden?“. Du kennst das auch? Dann ist der Artikel vielleicht interessant für dich..

 

Bis ich dann irgendwann drauf gekommen bin, dass ich selbst definiere, was für mich Selbstfürsorge bedeutet (nämlich etwas, das mir gut tut, das mir Kraft und Energie gibt, das mich in einen Flow-Zustand versetzt, das mir hilft gesund zu sein und zu bleiben, usw.). Selbstfürsorge definiert niemensch sonst für mich und erst recht keine blöden Mama-Seiten, die „alleine aufs Klo gehen“ schon als Selbstfürsorge betiteln (WTF!).

 

Und das mit der Zeit hab ich für mich auch gelöst: ich hab nämlich erkannt, dass ich lange nach dem Glaubenssatz gelebt habe „Zeit für mich gibt’s erst, wenn alles andere erledigt ist“. Die Krux daran war, dass natürlich nie alles endgültig erledigt war – vor allem nicht bei mir, die immer und überall was zu tun findet. Also hab ich an dem Glaubenssatz gearbeitet und für mich festgelegt, dass Selbstfürsorge dann stattfindet, wenn ich mich dafür entscheide, weil es mir in dem Moment gerade gut tut. Manchmal plane ich ganz viele Selbstfürsorgeeinheiten ein, weil ich mehr Bedarf hab, und manchmal läuft es ne Weile so oder es sind kleinere Einheiten. Wie machst du das? Hast du auch Glaubenssätze, die dich daran hindern, Pausen einzulegen und aufzutanken?

 

Nach Luise Reddemann gibt es fünf Ebenen der Selbstfürsorge:

 

  • Körperliche Ebene: sich um die eigene Gesundheit kümmern (zB. regelmäßige Vorsorge, sich krankmelden und auskurieren statt Leistung bringen), ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung (an der frischen Luft), auf körperliche Signale achten (zB. Überforderung rechtzeitig bemerken und gegensteuern) – dazu gehört für mich zB. auch, meine „Leistungsphasen“ zu kennen: im Winter hab ich wesentlich weniger Energie als im Frühling und Sommer – also plane und haushalte ich da mit meinen Reserven ganz anders.
  • Emotionale Ebene: das Wahrnehmen, Ausdrücken und Ausleben eigener Gefühle (zB. „to have a good cry“ – sooo gut!), Erlebnisse die Spaß und Freude bringen bewusst einplanen, me-time zum entspannen und auftanken, bewusstes Genießen von Dingen (zB. Lieblingsbücher, -lieder, -filme usw.) die gut tun – bei mir hängt das zB. sehr davon ab, wie es mir jeweils geht: wenn ich eher traurig bin dann brauche ich eine andere Aktivität, als wenn ich inspiriert und motiviert bin – die Unterschiede bei sich selbst zu kennen finde ich wichtig.
  • Intellektuelle Ebene: Auseinandersetzung mit sich selbst und mit dem eigenen Leben (zB. eigene Lebensziele festlegen und verfolgen; eigene Werte- und Moralvorstellungen haben und sich danach richten; Glaubenssätze hinterfragen; sich selbst loben und eigene Erfolge feiern; sich selbst weiterentwickeln und den eigenen Horizont immer wieder neu öffnen) – ich glaube, das ist tatsächlich meine „Lieblingsebene“, auf der ich ganz viel unterwegs bin 😊
  • Soziale Ebene: mit anderen Menschen – die mir gut tun – in Kontakt sein; gemeinsame Erinnerungen schaffen; Aufbau haltgebender und tragender Kontakte, im Kontakt mit Anderen für sich selbst einstehen und Konflikte austragen können; sich Anderen authentisch zeigen, dh. mit eigenen Wünschen, Bedürfnissen, Träumen usw.
  • Spirituelle Ebene: eigene Werte und Visionen erarbeiten und danach leben; Offenheit für neue Erfahrungen, Inspirationen und Impulse; Qualitäten wie Dankbarkeit, Bescheidenheit, Vertrauen und Hoffnung leben

Ich finde das eine total schöne Auflistung. Für mich wird dabei deutlich, dass es viele verschiedene Möglichkeiten der Selbstfürsorge gibt und dass für unterschiedliche Menschen ganz unterschiedliche Dinge wichtig und gut sind. Auch, dass mir zB. eine Ebene der Selbstfürsorge lieber ist als die Andere, weil ich daraus mehr Energie und Kraft ziehe – das ist eine total wichtige Info für mich.

 

Was sind deine Gedanken zum Thema Selbstfürsorge? Wie achtest du auf dich? Kanntest du die Ebenen schon? Auf welcher Ebene bist du gerne unterwegs?

 

Ich freu mich auf den Austausch mit dir und unterstütze dich gerne beim Herausfinden und Etablieren deiner Selbstfürsorgestrategien (und bei Bedarf auch die Überarbeitung hinderlicher Glaubenssätze). Melde dich gerne bei mir.

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